Wettkampf-Powerlifterin macht Apnoe-Tauchen :)

Due bist neu hier? Dann stell dich doch kurz vor, dann wissen wir wer du bist und können besser auf deine Fragen eingehen.
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Franzi_Pink
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Wettkampf-Powerlifterin macht Apnoe-Tauchen :)

Beitrag von Franzi_Pink » Mi 28. Mär 2018, 18:58

Hallo,

mein Name ist Franzi, ich bin 30 Jahre alt (bin im Dezember 87 geboren) und ich bin bereits Wettkampf-Athletin, aber in einem völlig anderen Sport. Apnoe-Tauchen fasziniert mich aber schon seit langem und ich habe mich hier angemeldet um ein wenig mehr zu erfahren, da es doch schwierig ist an Infos zu kommen, bzw. spezifische Fragen beantwortet zu bekommen, wenn man alleine Google befragt.

Zu meiner sportlichen Vorerfahrung, ich bin wie gesagt 30 Jahre alt, 1996, im Alter von 9 Jahren, habe ich mit dem Schwimmen angefangen (beim DLRG) und dort auch meine ersten Wettkämpfe bestritten, sowohl Kurzstrecke, als auch Langstrecke. Kurzstrecke Freistil war ich aber immer ziemlich schlecht, da ich nur vernünftig den Brust-Stil beherrsche (den aber zumindest richtig, also mit Kopf eintauchen und Bein- und Armarbeit zusammen).

1996 war dann auch mein erster Wettkampf bei dem ich den 1. Platz gemacht habe und zwar im 24-Stunden Schwimmen in meiner Altersklasse. Beim 24-Stunden Schwimmen, hat man wie der Name schon sagt 24 Stunden Zeit so viele Bahnen wie möglich zu schwimmen, Pausen kann man sich selber einteilen. Die Besten in diesem Sport machen natürlich praktisch keine Pause und nehmen höchstens was zu trinken zu sich und solche Kohlenhydratgele, oder andere schnell verdaulichen Kohlenhydrate. Aber 1996 war ich erst 9 Jahre alt (bin im Dezember 87 geboren), und musste natürlich zu Hause schlafen, meinen Ehrgeiz hat es aber nicht geschmälert und ich habe tatsächlich gewonnen.

Bei den Kurzstrecken-Disziplinen war ich nie gut, auch beim Brust-Stil nicht, da ich anders als heutzutage extrem unmuskulös und sehr, sehr dünn war. Dementsprechend auch zum "sprinten" Schnellkraft bzw. Kraft allgemein gefehlt hat.

Als ich dann Abitur gemacht habe, habe ich den Wettkampf-Sport aus den Augen verloren und mich sehr ehrgeizig auf die Schule konzentriert, habe aber mit 16 zumindest angefangen regelmäßig im Fitness-Studio zu trainieren.



2009 habe ich dann meine Liebe zum Kraftsport gefunden und halte 4 Deutsche Rekorde.

Bevor ich hier weiter schreibe, möchte ich darum bitten, auch wenn man selber nichts mit Kraftsport anfangen kann, mich nicht in eine Schublade mit den "dummen Muskelprotzen" zu stecken. Auch, gerade als Frau, mich nicht danach zu bewerten wie ich aussehe (gerade Muskeln bei Frauen, sind so ziemlich das kontroverseste was ich bisher am eigenen Leib erlebt habe) und musste dazu im Internet schon Beleidigungen erdulden, die weit unter die Gürtellinie gingen, selbst andere männliche Kraftsport-Kollegen äußern sich spöttisch darüber. Ich bitte also darum mich nach meinem Charakter zu beurteilen und so empathisch zu sein, zu verstehen, dass das eigene Empfinden von Schönheit eben subjektiv ist.

Es ist allerdings leider traurige Realität, dass viele Nicht-Wettkämpfer aus dem Kraftsport, den Ruf von uns Wettkämpfern, enorm nach unten ziehen. Es ist aber auch nicht verwunderlich, dass viele dieser Leute, die in den, inzwischen zahlreichen Fitness-Studios Deutschlands, trainieren, den Ruf so zerstören, denn ich bekomme das ja selber mit im Gym..... Zahlreiche Prolls, Machos und zum Teil leider auch Leute mit sehr asozialem Verhalten.

Ich gehöre aber nicht dazu. :)

Ich fand es immer schon toll wenn Frauen Muskeln hatten, andererseits war ich aber immer auf Leistung bedacht, weshalb Bodybuilding als Wettkampf-Sport für mich nicht in Frage kam (wo es ja nur um das subjektive Bewerten der Optik geht und es nach dieser Definition eigentlich gar kein richtiger Sport ist, Wettkampf-Bodybuilding ist eher eine Art "Schönheits-Wettbewerb" nur eben mit extremer Ansichtsweise).

Deshalb habe ich zum Powerlifting gefunden, ein Sport, bei dem objektiv die Leistung bewertet wird und nicht die Optik. Aber ein Sport bei dem ich trotzdem Muskeln aufbauen konnte. Diesem Sport bin ich, seit dem Schwimmen damals, auch nach dem ausprobieren verschiedener anderer Sportarten, als erstes so richtig verfallen (ich habe Boxen, Kickboxen, Tae-Kwon-Do, sogar 7-Kampf und Laufen ausprobiert). Kampfsport fand ich zwar auch klasse, als Kontaktlinsen-Trägerin hatte ich aber da immer Probleme, dass mir die Linsen raus geflogen sind bei Kopftreffern, es war aber auch nicht so meins, ständig auf den Kopf zu kriegen und Laufen, naja, ich weiß, dass es zwar so eine Art "Laufrausch" geben soll, wenn man länger läuft, habe es auf dem Laufband, in der Natur, mit Musik und ohne Musik ausprobiert, aber das Laufen und ich sind nie Freunde geworden (Gott, ich habe es am Ende gehasst, es ist so sterbenslangweilig, große Bewunderung meinerseits an alle Marathonläufer).

Der Kraftsport und ich sind deshalb so große Freunde geworden, weil ich von Anfang an extrem talentiert für Kraft war. Weniger für Muskelaufbau, eher für die reine Maximalkraft. So war ich recht schnell bei über 100 kg Kniebeugen angelangt und das ohne sonderlich dicke Stampfer zu haben. Sicherlich ist in den vergangenen 9 Jahren Wettkampf-Sport auch einiges an Muskelmasse dazu gekommen. Ich starte in der Gewichtsklasse -67,5 kg und wiege Off-Season (also außerhalb einer Wettkampfvorbereitung) zwischen 65 und 75 kg, angefangen habe ich mit 50 kg Körpergewicht. Mein KFA (Körperfettanteil in %) ist aber gleich geblieben, oder zum Teil sogar niedriger geworden.

Powerlifting ist eine Randsportart, so wie Apnoe-Tauchen auch. Jeder hat schon mal von Gewichtheben gehört (welches im Vergleich zum Powerlifting stark technisch ist und es weniger um Grundkraft geht), auch von Bodybuilding hat sicher schon jeder gehört. In der Öffentlichkeit bekannter ist sogar auch noch der Strongman-Sport (LKW's ziehen, Steinkugeln heben, Baumstämme über Kopf stemmen) aber Powerlifting??? Was ist das??? Werde ich immer wieder gefragt.

Powerlifting besteht aus 3 Disziplinen, der Kniebeuge, dem Bankdrücken und dem Kreuzheben, weshalb das "full meet Powerlifting" im deutschen auch Kraftdreikampf heißt. Man muss hier in den 3 Disziplinen starten, genau immer in der Reihenfolge wie oben erwähnt, hat pro Disziplin 3 Versuche, auch bei einem ungültigen Versuch, darf man steigern, man darf aber nicht das Gewicht reduzieren, weshalb man seinen ersten Versuch mit Bedacht wählen sollte (bei mir hat das schon 2 mal zum Ausscheiden aus dem Wettkampf geführt). Am Ende werden die besten 3 gültigen Versuche zum "Total" zusammen gerechnet, der mit dem höchsten Total gewinnt. Es ist also durchaus möglich, dass ein Athlet in keiner der 3 Disziplinen, die beste Leistung des Tages bringt, aber im Total gewinnt. Powerlifting ist in den USA fast genauso bekannt wie Bodybuilding, in Deutschland aber fast unbekannt.

Es gibt inzwischen auch Wettkämpfe in den jeweiligen Einzeldisziplinen, ich selber starte aber meistens im KDK (Kraftdreikampf). Hier ist am Ende des Tages nur das Total wichtig, aber es wird trotzdem eine Rekordliste auch in den Einzeldisziplinen für den KDK geführt. Soll heißen, wenn man bei einer DM im KDK und im EInzel-Bankdrücken startet, zählen nicht die 3 Versuche aus dem KDK gleichzeitig für das Einzel-Bankdrücken, oder umgekehrt. Man muss dann zum Bankdrücken 2 mal antreten. Auch gibt es Equipment-Powerlifting und RAW-Powerlifting, bei dem einen zieht man leistungssteigerndes EQ (Equipment) an, Kniebeugenanzüge, Bankdrückshirts (vergleichbar mit Streckentauchen ohne Flosse und mit Mono-Flosse, welche ja auch EQ ist, welches die Leistung steigert).

Desweiteren gibt es beim RAW-Powerlifting je nach Verband noch einen Unterschied ob Wickelbandagen für die Knie erlaubt sind, oder nicht, da auch diese Leistung raus holen. Populär ist inzwischen das RAW with wraps (also mit Wickelbandagen), obwohl ich selber lieber ohne Bandagen Kniebeugen mache, da das wickeln viel Zeit kostet. Man muss sich für jeden Versuch neu wickeln, da man direkt nach dem Versuch die Bandagen lösen muss, da die so fest gewickelt werden, dass einem sonst die Blutzufuhr in den Unterschenkel abgeschnürt wird. Auch hat man danach die gesamten Kniekehlen blau vor Quetschungen.

Ich halte 4 Deutsche Rekorde in 2 Verbänden.

Beim UPC halte ich folgende Deutsche Rekorde:

Gewichtsklasse -67,5 kg

KDK-Kniebeuge: 170 kg (RAW with wraps)
KDK-Kreuzheben: 195 kg (RAW, also ohne EQ)
KDK-Total: 455 kg (RAW)

Bei der GRAWA halte ich außerdem folgenden Rekord:

Einzel-Kreuzheben RAW: 200 kg @ 64,00 kg Körpergewicht

Die GRAWA führt keine Frauen-Gewichtsklassen und wertet die Versuche nach Relativ-Kraft (Leistung x ein bestimmter Faktor, der für ein bestimmtes Körpergewicht gilt). Es gibt da verschiedene Tabellen. Die Wilks-Tabelle z.B. und die Reshel-Tabelle. Die GRAWA wertet nach Reshel. Ich habe bei den 200 kg @ 64 kg z.B. 212,26 Wilks-Punkte und 339,6 Reshel-Punkte.

Um die Leistung einzuordnen, es war genau das 3,125-fache meines Eigengewichts. In Deutschland kann man sagen, dass jede Frau die ihr doppeltes Körpergewicht im Kreuzheben schafft, schon gut ist.

Im Bankdrücken halte ich keinen Rekord, meine Wettkampf-Bestleistung liegt hier bei 92,5 kg und im Training bei 97,5 kg.

In der Kniebeuge habe ich im Training auch schon 175 kg und 185 kg geschafft, also 15 kg über meinem eigenen DR. Aber im Wettkampf habe ich bisher nur 170 kg gültig bekommen.

Bei einen Wettkampf letztes Jahr bin ich bei der Kniebeuge ausgeschieden, weil ich 3 ungültige mit 175 kg hatte. Den 1. wegen Time out, den 2. war ich dann wegen des Time outs davor zu hektisch und beim letzten Versuch war ich dann einfach zu schwach. Danach scheidet man aus, man kommt dann auch nicht mehr zum Bankdrücken und Kreuzheben, weil keine Dreikampf-Wertung möglich ist, was natürlich zusätzlich ärgerlich ist, wenn man sich nicht nur Monate vorbereitet hat, sondern auch 2 Nächte Hotel gebucht hat und Startgeld bezahlt hat und 6 Stunden bis nach Bayern gefahren ist.. Da habe ich auch ein paar Tränen gelassen. Denn auch wenn ich äußerlich stark aussehe, bin ich doch eine zarte Seele :)

Hier ist der Trainingsversuch mit 185 kg aus der Vorbereitung zur DM 2017: https://www.youtube.com/watch?v=K7hBUrHaegY

Auch einige Nebenübungen trainiere ich schwer und auf Maximal-Kraft. Zum Beispiel Frontkniebeugen oder Klimmzüge. Ich kann ja mal ein paar Video-Links von mir, von Youtube, hier rein stellen. Ich habe kein Problem mich zu zeigen und bin natürlich auch stolz auf meine Leistungen. :)

Hier ist ein Trainingsvideo von mir bei Klimmzügen mit 25 kg Zusatzgewicht für 5 Wdh. https://www.youtube.com/watch?v=HTXlAK3Ks0I

Falls jemand nicht weiß, was Kreuzheben überhaupt ist, das ist das heben einer Hantel die auf dem Boden liegt, bis zur vollständigen Streckung des Körpers. Natürlich werden hier von den Männern in den höheren Gewichtsklassen auch deutlich höhere Gewichte verwendet als z.B. beim Gewichtheben, beim Reißen oder Stoßen, da der Bewegungsablauf technisch weniger anspruchsvoll ist und es auch mehr um Grundkraft geht, als das technische Gewichtheben. So sieht das ganze aus: https://www.youtube.com/watch?v=irtXEYCHIGk Das war auf der Süddeutschen Meisterschaft 2015 (Kreuzheben ist immer die letzte der 3 Disziplinen).



So, zum Apnoe-Tauchen. Wie bin ich darauf gekommen. 1. habe ich schon damals beim Schwimmen im DLRG immer gerne getaucht (nach Ringen oder Klötzen, oder Streckentauchen). 2. habe ich ein Buch über Apnoe-Tauchen gelesen, welches ich auf Amazon bestellt hatte, und desweiteren hat mich immer am Apnoe-Tauchen gereizt, dass es sich durch einen Punkt von allen anderen Leistungssportarten unterscheidet, und zwar nicht der Punkt das man im oder unter Wasser ist (sind die Fin-Swimmer ja auch), sondern der Punkt, dass man eine körperliche Höchstleistung, einen Maximalversuch, absolvieren, soll, aber dabei den Puls so niedrig wie möglich halten muss. Bei allen anderen Sportarten ist das anders, egal ob Kraftsport, Laufen, Schwimmen, Ball-Sportarten usw.

Wie genau bin ich aber darauf gekommen Apnoe-Tauchen selber zu machen. Ja, das war ein komischer Zufall und zwar habe ich einfach (ich weiß nicht wieso, vermutlich Langeweile) einfach mal in der Badewanne die Luft angehalten und es kam mir recht lange vor, da habe ich meinen Freund gerufen, er soll doch mal bitte die Zeit stoppen und ich habe ohne jegliches Training einfach 2:46 min. geschafft. Auch bei weiteren Versuchen kam ich immer zumindest über 2:30 min., was natürlich mein Interesse geweckt hat, ob das "gut" war (entsprechend meines "Trainingsstandes" natürlich, der ja zu dem Zeitpunkt gleich 0 war). Hatte zu dem Zeitpunkt auch eher eine schlechte Kondition gehabt, da längere Zeit kein Ausdauer-Training gemacht. Zuletzt bin ich regelmäßig laufen gegangen, letzten Sommer, da mich das aber wie oben schon erwähnt irgendwann angekotzt hat, habe ich seitdem erstmal kein spezielles bzw. regelmäßiges Ausdauertraining mehr gemacht. Hinzu kommt, dass meine Muskelmasse sicherlich nicht nur keine Hilfe beim Apnoe ist, sondern vermutlich sogar im Gegenteil, ein Nachteil ist (Muskeln verbrauchen Sauerstoff, je mehr Muskelmasse umso größer der Sauerstoffverbrauch, so mein Gedanke. Allerdings besitzt man mit mehr Muskelmasse, auch ein größeres Blutvolumen als ein Mensch gleichen Körpergewichts mit kaum vorhandener Muskelmasse, das weiß ich. Allerdings gleicht sich das sicher wieder aus, dass Muskeln eben auch mehr Sauerstoff verbrauchen).

Jetzt war mein Ehrgeiz aber natürlich geweckt. Ich habe mich belesen, dass es sogar viele Wettkämpfe gibt, wo Einsteiger keine 3 min. schaffen und habe mir gedacht, das kannst du auch. Ich habe schon einiges dazu gelesen, ich weiß zum Beispiel, dass man nicht hyperventilieren sollte, da der Blackout vor dem Atemreiz kommen kann (und auch unnötig den Puls erhöht), dass der Atemreiz kein Anzeichen von zu niedrigem O² Gehalt ist, sondern von zu hohem CO² Gehalt im Blut kommt. Dass man also auch in der "Struggle Phase" durchaus (mit Sicherheitsmann) auch noch unter Wasser bleiben kann. Bei mir ist es z.B. so, dass der Atemreiz erstmal extrem fies ist, aber nach ca. 20 sek. etwas erträglicher wird und ich im Moment stark darauf trainiere den Atemreiz zu ertragen, was für mich auch den größten "sportlichen" Teil der Sache ausmacht, denn gerade hier ist psychische Stärke und Ehrgeiz gefragt, es reicht nicht körperlich fit zu sein oder eine große Lunge zu haben, wenn man nicht lange gegen den Atemreiz besteht. Und Ehrgeiz besitze ich, das zeigen meine Titel und Rekorde. Obwohl ich mir bewusst bin, dass das natürlich ein anderer Sport ist.

Natürlich ist Ausdauertraining auch wichtig, ich trainiere aber eher HIT (also High Intensitive Training), anstatt elendig lange zu laufen oder so. Ich fahre also meinen Puls für 2-3 min. extrem hoch durch z.B. Sprints auf dem Laufband, oder Stairmaster (so ein Gerät zum Stufen steigen) oder Boxe am Sandsack (habe ja mal Boxen gemacht und da kann man auch extrem seine Kondition dran trainieren). Nach den kurzen, aber harten Einheiten, mache ich immer sofort nach der Belastung Trocken-Apnoe (habe gelesen, dass man so auch, ähnlich wie beim Höhentraining, seinen HB-Wert steigern kann) ich habe mir auch überlegt so eine CO² Maske fürs Ausdauertraining zu kaufen. Dadurch bekommt man weniger Luft ergo, weniger Sauerstoff während der Belastung. Sind auch gar nicht so teuer.

Nachdem ich mich belesen hatte, dass auch Autogenes Training gut ist (und auch wieso, weshalb, warum) und Pranayama nahezu unabdingbar ist, mache ich seitdem täglich Pranayama-Übungen und meditiere.

Da ich selber durch psychische Probleme Anfang des Jahres schon in Kontakt mit Autogenem Training gekommen bin und in der Therapie auch einmal QiGong gemacht habe, habe ich mich in einer QiGong Schule (Shaolin-Chikung) angemeldet und gehe zusätzlich zu 3 x die Woche Training im Fitness-Studio, 1-2 mal die Woche dort hin. Ich habe nun auch für mich herausgefunden, dass mir Meditation (und auch das Pranayama) psychisch sehr gut tut um auch mit Alltagsstress besser umzugehen.

All das hat mich nun ermutigt im Training nun 3:30 min. als nächstes Etappenziel anzustreben. Dabei habe ich für mich festgestellt, dass man dazu überhaupt nicht täglich im Wasser trainieren muss. Solange man seine Pranayama-Atemübungen macht und seine Ausdauer trainiert, werde ich auch so immer besser, wenn ich dann mal einen Maximalversuch im Wasser mache. Ich tauche im übrigen nur mit einem Nose-Clip und ohne Brille, kann mich besser konzentrieren mit geschlossenen Augen, anstatt die ganze Zeit auf den Kachelboden zu starren. Außerdem sind die meisten Sensoren für den Tauchreflex ja im Gesicht und deshalb will ich dieses nicht mit einer Tauchmaske abdecken. Ich hätte zwar auch eine Schwimmbrille, aber auch diese nutze ich nicht, da ich eh die Augen geschlossen halte. Einen Neoprenanzug habe ich noch nicht, der soll ja helfen gegen frieren, weil frieren eben die Muskeln veranlasst mehr Wärme zu produzieren und das verbraucht wiederum ja mehr Sauerstoff. Überlege also mir einen zu kaufen, aber da die ja auch nicht so günstig sind, will ich erstmal eine gewisse Zeit so erreichen. Ich bin mir auch noch nicht sicher ob ich mir einen offenporigen Anzug kaufen soll, weil der besser wärmt oder einen anderen. Ich befürchte sowieso, dass mir die Standardgrößen nicht passen, ich kann seit Jahren z.B. auch keine Jeans tragen, weil meine Oberschenkel nicht rein passen. Übergrößen würden zwar an den Beinen passen, aber dann passe ich vom Bund her 2 mal rein.

Mich interessiert auch das Streckentauchen mit Monoflosse, da ich den Schwimmstil aber nicht beherrsche und ich vermute, dass bei uns im Schwimmbad Mono-Flossen verboten sind, weiß ich nicht wie ich den Stil erlernen soll (eventuell kann man mit dem Schwimm-Meister ja ausmachen, dass wenn man zu einer bestimmten Uhrzeit kommt, er einem eine bahn absperrt oder so, weiß ich aber nicht). Ich habe einige Videos dazu geguckt und finde den Schwimmstil sehr elegant und auch sehr ästhetisch. Habe auch gelesen, dass man im Gegensatz zu den Fin-Swimmern, eine "Kick an Glide" Technik anwenden sollte um den Puls möglichst ruhig zu halten und den maximalen Vortrieb bei minimalstem Sauerstoff-Verbrauch zu erreichen.

So, nun ist meine Überlegung natürlich, wie eben kurz oben schon erwähnt: Das ich sehr muskulös bin und ist dies sicher eine Behinderung für das Apnoe-Tauchen darstellt. Trotzdem möchte ich versuchen, für mich persönlich, eine so gute Leistung wie möglich zu erzielen, ohne den Kraftsport zu lassen (da dieser eben zu meinem Leben dazu gehört) und nicht versuchen, Muskelmasse abzubauen.

Wie schon ziemlich weit oben erwähnt, ist es eine extreme kontroverse für viele Menschen wenn eine Frau Muskeln hat. Ich musste mir in den Jahren schon einiges anhören (bzw. lesen, denn ins Gesicht gesagt hat mir das noch niemand, da sind sie alle zu feige für, nur im Internet schlagen die Leute unter die Gürtellinie). Ich erwähne das an dieser Stelle nochmal, weil ich nicht in eine gewisse Schublade gesteckt werden möchte. Denn so auszusehen wie ich erfordert nicht nur jahrelanges Training, sondern auch eine Menge Mut. Den Mut eben nicht dem Schönheitsideal der Allgemeinheit oder der Gesellschaft zu entsprechen und den Mut sich der negativen Kritik zu stellen. Etwas, was für viele Frauen ja das höchste Ziel im Leben zu sein scheint, ist ja der Allgemeinheit zu gefallen. Aber man kann es eh nicht allen Recht machen, und den Mut zu haben so gegen den Strom zu schwimmen, macht mich auch stolz.

Übergewichtige Frauen, entsprechen ja auch nicht dem Schönheitsideal der Allgemeinheit. Aber es gibt zahlreiche Übergewichtige, so muskulöse Frauen wie ich sind aber so selten, dass ich egal wo ich im Sommer hingehe, zum Teil mit runter gelassener Kinnlade, angestarrt werde. Ich bin zum Beispiel auch sehr tätowiert, vom Handrücken und den Fingern, über den gesamten Arm, bis an den Hals, aber nichts führt zu so einem anstarren wie mein Körper. Im Gegensatz zu übergewichtigen Frauen, scheint meine Erscheinung aber einige (besonders Männer) oft sogar zu provozieren. Auch scheint es bei einigen einfach eine zwanghafte Wirkung darauf zu haben ihre Meinung mitzuteilen. Wie oft ich auf FB schon angeschrieben wurde mit so Einzeilern wie "Du siehst aus wie ein Mann" oder "Du bist hässlich".... Von Männern die auch nich tunbedingt meinem Schönheitsideal entsprechen, aber leider macht es keinen Sinn solche Menschen über Empathie aufzuklären oder das Schönheit subjektiv ist. Denn wenn ich jedem, der mir nicht gefällt sagen wurde was ich darüber denke, wäre ich den ganzen Tag beschäftigt, mal davon abgesehen, dass man seine Meinung auch aus Höflichkeit für sich behalten kann. Wie oft habe ich schon gehört, "ich habe dich nicht beleidigt, nur meine Meinung dazu geschrieben!" (ich schreib aber auch nicht "Du bist hässlich, ist nur meine Meinung, keine Beleidingung!") Naja, ich reg mich schon wieder sinnlos auf..... Ist nicht gut für den Puls. Lassen wir das, ich hoffe, dass ich hier einfach so aufgenommen werde wie ich bin.

Ich bin im übrigen gar nicht so muskulös wie einige jetzt vielleicht nach meine Schilderung erwarten. Finde mich selber auch nicht extrem muskulös (sehe mich aber auch täglich im Spiegel). Da gibt es weitaus muskulösere Bodybuilderinnen. Aber es ist bei Frauen eben verpönt Muskeln zu haben und da reicht es schon so auszusehen wie ich. Gerade da ich auch sehr definiert bin, habe das ganze Jahr über ein ausgeprägtes Sixpack, obwohl ich mich in keiner Weise an einen Diätplan oder so halte. Ich fresse eigentlich worauf ich Lust habe, habe aber einen enorm schnellen Stoffwechsel und setze darum praktisch kein Fett an, egal was und wie viel ich esse.

Ich kann auch gerne Bilder von mir hochladen, damit ihr wisst, mit wem ihr es hier zu tun habt. Scheint aber keine Funktion hier zu geben um Anhänge hochzuladen.

Was gibt es sonst noch zu mir? Ich habe einen kleinen Hund und mein Freund und ich betreiben Terraristik als Hobby. Ich habe 2 Schlangen und einige wirbellose Tiere, wie Mantiden, Tausendfüßer, Schaben und noch einiges mehr. :)

So jetzt habe ich sehr viel geschrieben und vermutlich liest sich das eh keiner durch, aber so habe ich schon mal den Schritt getan mich hier anzumelden und der Höflichkeit halber auch vernünftig vorgestellt.

Mit freundlichen Grüßen aus Paderborn!

PS: Fragen die ich hätte wären zum Beispiel ob jemand weiß, ob es in meiner Nähe eine Möglichkeit gibt mit Gleichgesinnten zu trainieren und wie das mit der Bescheinigung vom Arzt für die Tauchtauglichkeit abläuft. Diese braucht man ja um an Wettkämpfen teil zu nehmen. Ich habe zwar einige Infos auf der AIDA Seite gefunden, auch einen Vordruck, der aber auf englisch war und es soll wohl Ärzte geben die einem das teuer in Rechnung stellen oder gar nicht unterschreiben, weil sie das noch nie gelesen haben. Ist es bei dieser Tauchbescheinigung eigentlich so, dass man KEINEN einzigen Punkt darauf mit "Yes" beantworten darf? Weil da auch so Fragen drin stehen wie, nehmen sie regelmäßig Medikamente ein? Ich bekomme zum Beispiel Schilddrüsenhormone verschrieben, weil ich eine Schilddrüsenunterfunktion habe. Aber das schränkt mich ja nicht ein.

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Re: Wettkampf-Powerlifterin macht Apnoe-Tauchen :)

Beitrag von 4zap » Fr 30. Mär 2018, 08:44

Hallo erstmal und willkommen im Forum.

Deine Bedenken das Muskel kontraproduktiv im Apnoetauchen sind stimmt so nicht. Ja du wirst einen erhöhten Stoffwechsel haben, das ist aber nur für die lange Statik von Bedeutung. Deine Muskeln verbrauchen enorm viel Sauerstoff, du musst lernen diese nicht zu benutzen und in der Vorbereitung nur noch das Zwerchfell zu benutzen und alle anderen Muskeln komplett abzuschalten bzw. total zu entspannen.
Im dynamischen Wettkampf wirst du aber definitiv Vorteile dadurch haben. Erstens ist dein Ruhepuls sicher relativ niedrig, zweitens wird dein Puls durch dein Training nicht so nach oben schnellen wenn du dich bewegst. Das heißt am langen Ende hast du mehr Reserve als jeder Nicht-Sportler und wirst weiter kommen.
Ich hab viele Anfänger beobachtet auf dem Weg zu ihrer Karriere...die, die aus dem Schwimmsport kommen haben definitiv nochmal einen Vorteil und machen rapide Fortschritte wenn sie sich wirklich im Apnoesport wohl fühlen. viele Anfänger müssen erstmal lernen richtig zu schwimmen und die Angst vorm Ertrinken verlieren.

Ich hab damals auch viel Krafttraining gemacht. Außer das mir irgendwann meine Lieblingsklamotten nicht mehr gepasst haben war es nicht negativ. Ferner passten irgendwann kein vorhandener Tauchanzug mehr, ich musste damals auch nochmal einen neuen Neoprenanzug kaufen. War halt teuer. Vorteil war definitv der Ruhepuls als Sportler, meine Leistungen waren wesentlich besser und Ziele schneller zu erreichen. Seitdem ich nicht mehr so regelmäßg trainiere sind meine Leistungen im Apnoe auch zurückgegangen un dich weiß auch genau wieso.

Pranayama zu beherrschen hilft enorm. Kontrolle der Atmung macht wirklich Sinn und ist ein guter Weg zu trainieren. Es hilft auch mental wenn man weiß wie weit man gehen kann. Im Apnoesport geht es meist darum ständig seine Grenzen zu erkennen und zu erweitern. Das in kleinen bis sehr kleinen Schritten beim Tieftauchen oder beim Streckentauchen. Die Gefahr des Blackouts ist gegeben, da muss man sich langsam rantasten.

Wer jetzt in Paderborn ausbildet oder trainiert muss ich mal in der Runde fragen, auf Anhieb wüßte ich dort nichts aber es gibt sicher ein paar Verrückte in deiner Nähe die irgendwo trainieren.

viele Grüße
Rainer

der statt Schaben Korallen pflegt und bunte Fische.

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